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  • AutorenbildElternReiseZeit

4. Valladolid: Kleinstadt im Landesinneren

Aktualisiert: 15. Feb. 2023


Nach inzwischen 3 Wochen am Meer in sehr touristischen Orten freuten wir uns auf Valladolid. Für uns wird es die erste Stadt, die nicht am Meer liegt. Sie ist bekannt für das Zentrum im Kolonialstil und wird oft als Ausgangspunkt zu einer Tour zu den berühmten Maya-Ruinen von Chichen-Itza gewählt. Wir sind wieder mit dem Bus gefahren, was gut geklappt hat.


Hauptplatz in Valladolid

Eigentlich gibt es in der Stadt, ganz in der Nähe von unserem Hotel eine Cenote. Leider wurde die gerade renoviert und wir konnten sie nur von außen sehen. Der Park drum herum war schön ruhig, dort machte ich oft den Morgenspaziergang mit Adrian.


Stadt-Cenote Zaci

Doch nicht so idyllisch

Schon auf unserem Fußmarsch mit Gepäck vom Busbahnhof zum Hotel fiel uns das enorme Verkehrsaufkommen auf. Viele Autos, viel Lärm, viele Abgase und schmale Gehwege. Aber wir wollten nicht voreilige Schlüsse ziehen. Kurz vor der Ankunft im Hotel hielten wir an einem gepflegten Garten an und bewunderten die Bananenbäume. Wie eine Oase mitten in der Stadt! Und wir hatten tatsächlich so ein Glück, dass unser Balkon Blick auf diesen Garten vom Nachbargrundstück hatte! Auch sonst waren wir sehr zufrieden mit dem einfachen Zimmer.


Unser Ausblick vom Balkon


Unser typischer Tagesablauf

sieht so aus, dass Adrian um 6:30 Uhr aufsteht. Damit Samu noch etwas weiterschlafen kann, beginnen wir den Tag mit einem Morgenspaziergang. Glücklicherweise gab es gleich neben unserer Unterkunft zwei kleine Parks: Einer gehörte zur Cenote Zaki, die momentan leider wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war, aber trotzdem schön anzusehen ist. Und einen anderen Park neben einer Kirche. Früher haben wir beide, Samu und ich, immer Kaffee im Bett getrunken um den Tag schöner zu beginnen. Im Moment trinke ich wegen dem Stillen keinen Kaffee, bringe aber Samu immer einen nach dem Morgenspaziergang. Manchmal haben wir eine Kaffeemaschine in der Unterkunft, ansonsten gibt es eigentlich immer einen Oxxo in der Nähe.

Nach dem Morgenspaziergang schläft Adrian meist noch eine Stunde und wir können frühstücken.


Kirche San Servacio gegenüber vom Hauptplatz

Am Vormittag machen wir dann noch einen Spaziergang - in Valladolid ging der zum Hauptplatz im Zentrum. Wir vermissen die frische Meeresbrise, denn die Luft ist nicht so rein und es gibt auch keine Uferpromenade oder Fußgängerzone zum spazieren. Wenn wir länger unterwegs sind, gibt es da schon Mittagessen. In Valladolid gibt es besonders viel street food. Fast auf jeder Straße, bei privaten Häusern und direkt neben dem Hauptplatz unter einem Schattendach mit Tischen und Stühlen für alle Buden.



Hier bereitet mir eine ältere Dame mein Mittagessen auf einer alten Felge zu.


Außerdem gibt es auch fahrende Essensstände: Paletas (mexikanisches Eis am Stiel, Churros (frittiertes Gebäck), Marquesitas (krokante Pfannkuchen), Elotes (Maiskolben) und vieles mehr wird teils auf Fahrrad-Kiosken angeboten. Natürlich haben wir alles probiert 😋.



Zur Mittagshitze sind wir dann drin. Samu arbeitet an unseren Motorradvideos und ich habe mir auch eine Beschäftigung gesucht: ich schreibe im Blog😁 und Adi macht Mittagsschlaf.

Am späteren Nachmittag machen wir dann noch einen Spaziergang und besorgen uns Abendessen. Sehr oft holen wir was vom Hauptplatz und beobachten die Tanzshows, die lauten Vogelscharen und die Leute.


Besondere Beleuchtung der Kirche abends



Adrian wird "entführt"


An einem Nachmittag gingen wir in das Café, dem der schöne Garten gegenüber von unserem Balkon gehört. Dort ist die Kellnerin so hin und weg von Adrian, dass sie mich fragt, ob sie ihn in den Arm nehmen darf. Klar. Und dann geht sie eine halbe Stunde mit ihm zufrieden durch das Café und wir zwei können das erste Mal seit lange zu zweit ein Getränk auf der Terasse genießen.


Die Kellnerin mit Adi


Tagesausflug

Eigentlich wollten wir einen Ausflug nach Chichen Itza - den berühmtesten Maya-Ruinen Mexikos machen. Aber als ich nach den Preisen googelte, fühlte ich mich wie nach Usbekistan zurückversetzt. Es gelten nämlich extra hohe Preise für Touristen. Außerdem ziehen uns solche Touristenmagneten irgendwie weniger an.

Um Valladolid herum gibt es viele Cenoten. Cenoten sind Grotten, die teils oder komplett eingebrochen und mit klarem Wasser gefüllt sind. Die meisten um uns herum waren sehr touristisch, voll und teuer (was nicht heißt, dass sie nicht schön wären!). Ich bat den jungen Rezeptionisten um eine Empfehlung und er nannte uns die Cenote Tekom im gleichnamigen Dorf. Auch wie wir hinkommen konnte er uns erklären. In den Städten hier gibt es verschiedene Parkplätze auf Hinterhöfen. Jeder ist eigentlich eine Haltestelle für bestimmte Ortschaften. Als Tourist muss man sich eben durchfragen oder die App MapsMe nutzen. Die App haben wir schon auf unseren anderen Reisen benutzt. Dort waren tatsächlich diese Hinterhofhaltestellen eingezeichnet.



Wir fuhren also mit dem passenden Taxi in die 16km entfernte Ortschaft und zahlten für die Fahrt 2,50€ pro Person. Dort angekommen durften wir für nur 1€ die Treppen zur Cenote herabsteigen und hatten diese ganz für uns allein. Es war noch früher Vormittag und wir befürchteten, dass das Wasser noch kühl wäre, aber auch hier war es kein Problem schnell ins Wasser einzutauchen. Der Ort sah richtig magisch aus. Nachdem wir dann beide nacheinander ausgiebig gebadet haben, stellten wir uns an die Hauptsraße und warteten darauf, dass ein Taxi oder ein Colectivo (Minibusse für feste Routen) vorbeikommt. Nach einigen Minuten haben wir schon Glück und ein Collektivo nimmt uns für 1€ pro Person mit. Es war ein schöner Ausflug und wir mussten auch kein schlechtes Gewissen wegen der Reisekasse haben.


Cenote Tekom

Der Colectivo ließ uns zufälligerweise an unserem Lieblingsessensstand raus, an dem Samu immer Tacos Pibil (eine Art pulled pork) isst und ich Poblanes mit Zwiebeln bekomme. Am Abend gabs wieder das Routineprogramm.


oben Poblanes, unten Tacos Pibil













Mayas und Spanier

An einem Nachmittag laufen wir zum ehemaligen Kloster San Bernadino de la Siena. Der Anblick des katholischen Gebäudes gibt uns Anlass über die Geschichte des Ortes nachzudenken, während wir im Schatten eines riesigen Baumes sitzen. Denn eigentlich war auf diesem Boden der Maya-Ort Zaci. Spanische Kolonialisten (oder Invasoren, je nach dem wie man sie nennen möchte) bauten aus den Steinen der alten Stadt das "neue" Valladolid, woraufhin es zu blutigen Auseinandersetzungen kam. Traurig - und bis heute sehen sich einige Kulturen oder Religionen anderen überlegen.



Ehemaliges Kloster San Bernardino

Riesige Bäume spenden Schatten

Lokaler Markt

Hier in Valladolid haben wir das erste Mal die Möglichkeit den lokalen Markt zu besuchen - eine Aktivität die ich immer besonders interessant finde. Bis jetzt war der Container-Markt in Murghab (Tadschikistan) auf über 4.000m und der in Tabriz (Iran) der beeindruckendste für uns.

Der Markt hier ist relativ klein und bietet neben Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Käse, Fleisch,

Typische Ledersandalen

Süßes) auch Kleidung und Schuhe. Die Stadt ist nämlich berühmt für ihre bestickten Kleider und Ledersandalen. Wie diese hergestellt werden, kann man an den zahlreichen Ständen beobachten. Da Samus Supermarkt-Flipflops nicht für unsere langen Spaziergänge ausgelegt sind, kauft er sich ein Paar Leder-Flipflops (die übrigens - anders als die bekannten Somreros - wirklich von den Mexikanern getragen werden) für ca. 14€.



Als nächstes

...sollte es nach Merida gehen. Auch Progreso (eine kleine Stadt am Meer) stand im Raum, schied allerdings wegen der teuren Unterkünfte aus. Diese können wir auch als Tagesausflug von Merida aus besuchen.


Was wir gelernt haben:

  • Wie man die Hinterhof-Taxi-Haltestellen findet und nutzt

  • Dass sich Tipps von Einheimischen meist lohnen

  • Dass Abgasnormen und Lautstärkebegrenzungen in Deutschland eine ganz sinnvolle Sache sind




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