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6. Campeche: Endlich wieder Meer in Sicht

Aktualisiert: 15. Feb. 2023

Vorfreude auf Busfahrten

Klingt absurd, oder? Aber wir haben ein schönes Ritual eingeführt: auf dem immer länger werdenden Busfahrten hören wir zusammen Hörbücher, wenn Adrian schläft. Gemeinsames Lesen hat uns beiden sehr gefehlt, seit unser Kleiner da ist und so können wir das alte Ritual in ein neues Umwandeln.



Enttäuschende Ankunft

Wir haben uns schon sehr darauf gefreut, mal wieder ein Loft mit Küche zu haben und mehr Ruhe. Die Fotos auf AirBnb sahen vielversprechend aus. Wir werden bei unserer Ankunft auch herzlich empfangen, die Wohnung war aber ganz anders als wir es erwartet haben. Schon nach der ersten Nacht verbringe ich den nächsten Tag erfolglos damit, ein Hotelzimmer in unserer Preisklasse zu finden. Warum? Wir haben uns gefühlt, als hätten wir auf dem Gehweg gecampt. Einfachverglasung, Öffnungen in der Fassade und vierspurige Haupstraße mit Ampel gekoppelt mit besonders lauten Fahrzeugen und der mexikanischen Vorliebe zum Hupen ließen uns nicht sehr entspannt aus dem total unbequemen Bett steigen. Naja, dann muss wohl einer unserer Lieblingssätze beim Reisen wieder zum Tragen kommen: Es ist so, wie es ist. Da alle anderen Hotels ausgebucht oder viel teurerer waren blieb uns nichts anders übrig als uns zusammenzureißen und unseren Spruch "es ist so wie es ist" sehr ernst zu nehmen. Wer uns kennt, weiß, dass wir bei Unterkünften eigentlich wirklich nicht zimperlich sind. Wir campen gerne und hatten in Asien wirklich schon wilde Unterkünfte ohne Wasser, mit Plumpsklo, etc. Das war auch völlig aushaltbar, vor allem wenn es nur um eine Nacht ging. Aber in dieser ganzen Woche konnten wir alle drei nicht besonders gut schlafen, auch Adrian schreckte bei lauten Motoren oder Hupen immer wieder aus dem Schlaf und wir mit ihm.


Eigentlich dachten wir ja, etwas weiter vom Zentrum entfernt zu sein würde mehr Ruhe bedeuten. In Campeche allerdings nicht. Der Hauptverkehr ist außerhalb des historischen Zentrums. Dieses ist innerhalb einer Stadtmauer und wie auch Valladolid und Merida im Kollonialstil gehalten.





Auf Regen folgt immer Sonnenschein

Bei unserem ersten Spaziergang in die Stadt fallen uns die vielen Löcher im Gehweg und auf der Straße auf - nachts oder betrunken hier spazieren gehen wäre halsbrecherisch!

Eigentlich haben wir uns ja schon auf die frische Meeresluft in dieser Stadt gefreut - aber auch daraus wurde nichts. Denn meistens lag aufgrund der vielden Löcher im Boden ein ziemlich ekliger Kanalgeruch in der Luft. Wir fühlten uns zurückversetzt in den Iran, wo das wegen den offenen Kanälen am Straßenrand auch oft der Fall war.



Aber wir lassen uns von so Kleinigkeiten nicht die Laune vermiesen. Manchmal braucht man so einen Dämpfer, der die Motivationsfedern in uns eindrückt, auf Spannung bringt und uns dann mit neuer Energie starten lässt. Schließlich ist auch die Idee mit Mexiko in so einem Moment entstanden.

Wir kommen am Meer an, wo tatsächlich frische Luft weht und die Uferpromenade gepflegt ist.



Diesmal führt der Motivationsschub dazu, dass ich mich entschließe diese Seite aufzubauen, Samu auch dazu überrede endlich eine zu unseren Motorradreisen zu erstellen und mir fallen auch passende Namen dafür ein. Ich liebe solche Momente.





Integriert

Wir lernen jede Woche immer mehr über dieses Land - schöne und weniger schöne Eigenheiten und mein Spanisch wird langsam besser. Wir essen dort, wo Mexikaner essen, wir trinken ihre Lieblingsgetränke. Neben den Aguas Frescas, zu denen ich im Cancun-Beitrag schon geschrieben habe, lieben Mexikaner Pozol. Das Getränk ist im Süden des Landes, vor allem in Tabasco und Chiapas beliebt. Es wird aus vermentiertem Maisteig und Kakao hergestellt. Es klingt zwar weder lecker, noch sieht es toll aus, aber mir schmeckt es sehr gut!





Ein weiterer Punkt, wo wir uns anpassen ist der Einkauf. Wie in den meisten Ländern der Welt (Deutschland nicht), ist es günstiger und beliebter auf dem Markt einzukaufen. Hier kaufen die Mexikaner ein. Der Markt von Campeche ist zwar nicht besonders schön, bietet aber alles, was man braucht. Wir besorgen dort vor allem Obst und Backwaren.


Zurück zur Wohnung

Ich bemühe mich ja, ein positiver Mensch zu sein und habe neben der Dankbarkeit, dass wir überhaupt reisen können und gesund sind, noch einen weiteren Vorteil bei der lauten Wohnung entdeckt: Dadurch, dass wir die (immerhin gut ausgestattete) Küche und den Markt in der Nähe haben, kochen wir immer selbst und gehen die ganze Woche kein einziges Mal essen - auch kein Streetfood. Das war echt gut, auch mal wieder unser Lieblings-Gemüse mit Pasta zu essen, nicht nur für uns gesund sondern auch für die Geldbeutel, denn die ausgerufenen Preise auf der Restaurantmeile in Campeche (so teure Restaurantmeilen gibt es in fast jeder Stadt) brachten uns viel Kopfschütteln.





Rettungaktion am Meer

Was gibt es schöneres als mit seiner Liebsten während des Sonnenuntergangs am Meer zu telefonieren (außer gemeinsam dort zu sein)? Das dachte sich auch ein junger Mann, der auf dem Rücken auf dem Betonrand lag, bis zu dem Moment, in dem ihm sein Handy aus den Händen die steile Betonschräge runter ins Meer fällt. Natürlich steigt er sofort runter und rettet sein Handy aus dem Wasser. Nur ein Problem: er kommt diese Schräge nicht mehr hoch. Samu hat gerade Adrian in der Trage, als beuge ich mich so weit es geht runter und kann ihm so helfen, wieder hochzukommen.

Anstatt schlecht gelaunt zu sein wegen diesem Vorfall, bedankt er sich freudig mit Handkuss und führt sein Telefonat, dass durch den kurzen Badegang nicht unterbrochen wurde, fort.





Adrians Entwicklung

Es ist faszinierend als Eltern zu beobachten, wie das eigene Kind jeden Tag etwas neues dazulernt. Als wir Deutschland verlassen haben, konnte Adrian noch nicht viel außer strampeln, lachen und brabbeln. Inzwischen kann er gezielt nach dingen greifen, sich drehen, spielen und er hat sein Laute-Portfolio deutlich erweitert. Außerdem wächst er so viel, dass wir zum ersten Mal in Mexiko neue Kleidung für ihn kaufen und er wird langsam echt schwer in der Trage.


Am Meer ohne Strand gestrandet

Wir haben wirklich viel Zeit am Meer veebracht. Zweimal täglich ließen wir unsere Gedanken von den sanften Wellen tragen. Campeche hat zwar keinen Strand, dafür aber eine sehr schöne Altstadt mit Mauer, die Uferpromenade, viele Pelikane und sagenhafte, farbenfrohe Sonnenuntergänge am Golf von Mexiko zu bieten!



Nächste Woche geht es nach Ciudad del Carmen, wo es wiedee einen Strand gibt.




Was wir diese Woche gelernt haben

  • Niemals nachts spazieren gehen -> man läuft Gefahr in ein Loch auf dem Gehweg zu fallen

  • Nie wieder ein (auf den Fotos schönes) AirBnB mit wenigen Bewertungen

  • Auf dem Markt einkaufen lohnt sich

  • Am Meer sein heißt nicht automatisch gute Meeresluft oder Strand

  • Die Situation ist dein Coach ;)





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